
Das Konzept
Das zentrale Anliegen in dem Projekt ist es, die drei Kernelemente von itnoa 2008 People, Space and Tools als
nicht getrennt zu betrachten.
Wo ist der Raum - innerhalb oder außerhalb des Menschen? Oder ist Raum ein dem Menschen
inhärentes als auch transzendierendes Phänomen?
Diese Fragen führen uns zu Orten in der Stadt, die sich dadurch auszeichnen, dass sie einerseits
marginal benutzt und andererseits aufgrund ihrer Situierung und
Komposition hohes Potential besitzen, bespielt und dadurch transformiert zu werden.
Diese Realität definiert die Grundlage einer Intervention im öffentlichen Raum, die
in ihrer Aussage einerseits die StadtbewohnerInnen und andererseits ArchitektInnen und Architekturschulen
tangieren und zusammenbringen soll.
Dieser Dialog beginnt sukzessive einen Raum zu zeichnen und gleichzeitig umzusetzen.
Dieser Raum entsteht sowohl im physischen Ort wie auch auf soziokultureller und diskursiver
Ebene, wobei in jeder dieser Ebenen die Beziehung zwischen People, Tools and Space variiert.
Der Ort
Für den Ort, oder die potentiellen Orte, wird eine Situation am Wienfluss ausgewählt, in der mehrere
unterschiedliche urbane Qualitäten aufeinandertreffen. Diese stellen eine bedeutende
Basis für eine Reinterpretation und Bespielung dar.
Die Besonderheit des Ortes liegt in der Kombination von konträren städtischen Raumqualitäten
(siehe Skizze).
Die räumliche Nähe der unterschiedlichen Raumsituationen eröffnet uns die Möglichkeit diese
durch Interventionen und Installationen in einem narrativen Zusammenhang zueinander zu
bespielen. Die mehrwöchige Veranstaltung ist somit für die BesucherInnen lesbar. Durch unterschiedliche
Höhenniveaus der Veranstaltungsorte und ihrer simultanen Bespielung kann das
Geschehen in seiner Abfolge gelesen werden. Die Interventionen und Installationen funktionieren
somit als ‘work in progress’ , finden statt, während gleichzeitig an anderen Orten auf- bzw
abgebaut wird. Diese Komposition zwischen Tools, People and Space schafft die Möglichkeit,
dass sich diese Elemente verflechten und miteinander zu interagieren beginnen.
So sollen nicht nur Vortragende durch die Intensität der geschaffenen Räume inspiriert werden
sondern auch Besucher durch den Identifikationscharakter der bespielten Räume zur Eigeninitiative
angeregt werden.
Die StadtbewohnerInnen
Durch die unerwartete Bespielung eines für den Stadtbewohner unbedeutenden und zugleich
vertrauten Ortes, wird seine Wahrnehmung auf potentielle Nutzungsformen sensibilisiert. Er
gewinnt dadurch einen neuen Bezug zum (bespielten) Raum und realisiert sein Potential die
eigene Umgebung mit geringen Mitteln verändern zu können.
Die Architektin, der Architekt
Wie würde sich die Rolle des Architekten ändern wenn der Stadtbewohner beginnt seine
Umgebung aktiv mitzugestalten ? Wäre das Produkt dieser Mitgestaltung ebenfalls Architektur?
Wie können aktive Gestaltungsprozesse des Stadtbewohners zu Architektur werden?
Die/der Vortragende
Die Vortragenden sind einerseits ArchitektInnen und Architekturbüros, die eine traditionelle
Planungsmethode verfolgen und andererseits Gruppen, Büros und Vereine, die eine aktive
Mitgestaltung auf lokaler Ebene verfolgen.
Die Architekturschule
Wie müsste sich die Vermittlung des Architekturverständnisses auf didaktischer und theoretischer
Ebene verändern?
Mit diesem Dialog entsteht ein Raum, der Aspekte aufzeigt, wie Mitgestaltungsprozesse von
StadtbewohnerInnen zu Architektur werden und dadurch das Architekturverständnis verändern
können.
Vielleicht ist der resultierende Effekt Architektur.
Der Wienkanal
Der Wienkanal als ein sogenannter ‚Unort‘ hat eine nicht unbeachtliche Präsenz im Stadtraum, ist
aber außerhalb seiner infrastrukturellen Funktion ungenutzt und jahreszeitlich bedingt auch unnutzbar.
Die meiste Zeit des Jahres ist er jedoch nahezu trocken und diese Möglichkeit möchten wir
Nutzen um den Kanal zu erschließen und zu bespielen. Eine Veranstaltung an diesem Ort würde zu
einem einmaligen Erlebnis werden und dieser allein schon zur Diskussion anregen.
Das Erdgeschoß
Hier soll die temporäre Gestaltung und Nutzung des Raumes durch Verwendung und Umfunktionierung
der Fläche einer Parkstraße, des Radweges, des Gehsteiges und allenfalls einer kleinen
Grünzone stattfinden. Dieser Raum hat für Veranstaltungsbesucher einen hohen Identifi kationswert,
da fast jeder in seiner Umgebung solche Plätze und Orte vorfinden kann. Wie einfache Mittel einen Raum verändern und
mit einer ganz neuen Bedeutung
aufladen können wird
an diesem Ort besonders
ersichtlich.
Ein ungenutztes Erdgeschoßlokal,
wie es zum
Beispiel bei Ort 2 in der
Nevillegasse verfügbar wäre,
würde einen weiteren potentiellen
Veranstaltungsort bieten.
Das Obergeschoß
Die Private Wohnung als Veranstaltungsort.
Der Architekturdiskurs
im Wohnzimmer.
Public meets Private.
Das Dach
Ein Dach für Veranstaltungen
zu verwenden bietet eine
besondere Atmosphäre -
umso mehr, wenn es sich um
ein normalerweise ungenutztes
Dach handelt. Nicht
nur den VeranstaltungsbesucherInnen,
auch den BewohnerInnen
der Umgebung werden
neue Perspektiven eröffnet.

itnoa2010 Das Team:
Lukas Böckle Eveline Leichtfried Iris Hercher Andreas Liska Lukas Pankraz Mähr Johannes Pilz Clarissa Reikersdorfer Elisabeth Sumereder Jeanine Wörndl Mina Yaney
Kontakt >>> mino306@gmx.at
archiv